Magnesiumbedarf beim Pferd: Optimiere die Gesundheit deines Pferdes

Magnesium - Nicht bloß für Athleten

Der hohe Magnesiumbedarf bei Pferden besteht täglich und wird oft unterschätzt. Eine Blutuntersuchung ist kein zuverlässiger Indikator, um die Magnesiumzufuhr zu überwachen, da ein Mangel im Blutbild oft erst sichtbar wird, wenn bereits ein erheblicher Teil (bis zu einem Drittel) der Reserven aus den Knochen freigesetzt wurde.

Magnesium in den Knochen spielt hierbei eine Rolle bei der Steigerung der Elastizität und dem Aufbau der Knochenstruktur. Neben dieser strukturellen Funktion fungiert Magnesium auch als Aktivator für zahlreiche Enzyme im gesamten Stoffwechsel.

Magnesium für Pferde - Die erste Wahl für ausgeglichene Muskeln

Etwa 25–30% des gesamten Magnesiumgehalts finden sich in der Skelettmuskulatur. Magnesium ist besonders für seine enorme Bedeutung im Muskelstoffwechsel bekannt. Es aktiviert die Umwandlung von Adenosintriphosphat (ATP) in Adenosindiphosphat (ADP), ein Prozess, der die zuvor gespeicherte Energie durch Nahrung freisetzen kann. Darüber hinaus unterstützt es den Stoffwechsel von Kohlenhydraten, Proteinen und Fetten.

Es ist leicht zu verstehen, dass die Leber das wichtigste Organ für den Magnesiumstoffwechsel ist, wenn man diese Schlüsselrolle betrachtet. Magnesium ist nicht nur für Sportler, junge und heranwachsende Pferde, trächtige Stuten und Senioren von entscheidender Bedeutung, sondern auch für Pferde, die beispielsweise unter dem Equinen Metabolischen Syndrom (EMS) leiden. Indirekt ist es als Aktivator von Glutaminasen an der Entgiftung von Stickstoff beteiligt.

Aber auch der Proteinstoffwechsel sowie die Bildung von DNA und RNA sind eng mit Magnesium verbunden. Das zeigt, wie grundlegend wichtig Magnesium für den Muskelaufbau ist. Magnesium ist das Schlüsselelement für eine entspannte und effiziente Muskulatur, sei es bei Skelett-, Darm- oder Herzmuskeln.

Die Gründe, warum Magnesium oft als beruhigend betrachtet wird

Magnesium wirkt als physiologischer Calciumantagonist und hemmt dadurch calciumabhängige Erregungsvorgänge im Körper. Die Anwesenheit von Magnesium bringt die neuromuskuläre Reizweiterleitung und Muskelkontraktionen in Harmonie.

Da Magnesium die neuromuskuläre Koordination und die meisten enzymatischen Reaktionen im Muskel ermöglicht und somit die Erregbarkeit von Muskeln und Nerven verringert, wird es oft als „Beruhigungsmittel“ betrachtet. Diese Wirkung tritt natürlich nur auf, wenn zuvor ein Mangel an Magnesium bestand, der Unruhe und Angstzustände verursacht hat.

Warum kann ein Mangel an Magnesium zu Koliken führen?

Ein Mangel an Magnesium zeigt sich vor allem durch Verspannungen und Ängstlichkeit. Pferde reagieren schnell erschreckt, empfinden Berührungen auf ihrer Haut als unangenehm und zeigen Ungeschicklichkeit beim Reiten und in der Ausbildung. Manchmal kann man allein durch sanftes Streicheln über das Fell des Pferdes die Verspannung der Muskeln spüren.

Schon das Auskratzen der Hufe kann zu Schwierigkeiten führen. Diese Verspannungen können sich auch auf den Verdauungstrakt übertragen und zu spastischen Koliken führen.

Ein Mangel an Magnesium kann sogar das Herz belasten, besonders - oft abhängig vom Wetter - und zu Kreislaufproblemen führen, die wiederum Koliken auslösen können.

Das liegt daran, dass Magnesium die Durchlässigkeit der Zellmembranen reguliert und somit zur Aufrechterhaltung und Stabilisierung der Membranfunktionen beiträgt. Bei einem Mangel an Magnesium erhöht sich die Durchlässigkeit der Kaliumkanäle und es kommt zu einem Mangel an Kalium innerhalb der Zelle, was sich negativ auf das Aktionspotenzial der Herzmuskelzellen auswirkt.

Ein weiterer Effekt auf das Herz-Kreislauf-System ist, dass schon geringfügige Veränderungen im Magnesiumstatus den Gefäßmuskeltonus und damit den arteriellen Blutdruck beeinflussen können.

Manche Pferde haben auch Schwierigkeiten, Stuhlgang zu haben, oder können es nur in kleinen Intervallen. Die Pferdeäpfel eines Pferdes mit Magnesiummangel sind oft sehr klein, dunkel und fest. Es herrscht auch ein Mangel an Durstgefühl. Nach einer bedarfsgerechten und gut verfügbaren Magnesiumsubstitution kann eine Verbesserung der Stuhlkonsistenz beim Pferd relativ schnell beobachtet werden.

Wie kann ein Pferdebesitzer einen Magnesiummangel bei seinem Pferd erkennen?

Ein Mangel an Magnesium tritt auf, wenn der Bedarf nicht ausreichend über das Futter gedeckt wird oder wenn andere Faktoren zu einem erhöhten Bedarf führen. Typische Anzeichen für einen Mangel sind Arbeitsunlust, Mattigkeit, geschwollene Beine oder Atembeschwerden bis hin zu Dämpfigkeit. Besonders ältere Pferde, junge Pferde während der Eingewöhnungsphase oder im Fellwechsel können betroffen sein. Bei Sportpferden können häufig Herzprobleme auftreten, die jedoch oft durch die Verabreichung eines hochwertigen Magnesiumpräparats gelindert werden können.

Weitere Informationen zum Magnesiummangel bei Pferden findest du in unserem Artikel über Magnesiummangel beim Pferd.

Wie entsteht ein erhöhter Bedarf an Magnesium?

Es gibt bestimmte Situationen, in denen der Bedarf an Magnesium deutlich steigt und Magnesiumgaben können Pferden helfen, die Auswirkungen von Stress besser zu bewältigen. Das kann zum Beispiel bei einem Stallwechsel, Transporten, Klimawechseln oder Geburten der Fall sein.

Wenn Pferde starkem physischem oder psychischem Stress ausgesetzt sind, setzt der Körper vermehrt Adrenalin und Noradrenalin frei. Dies führt zu einer verstärkten Fettverbrennung, bei der freie Fettsäuren im Blut Magnesium binden und ausscheiden lassen.

Auch körperliche Anstrengung kann zu einem erhöhten Magnesiumverlust führen, vor allem über den Schweiß. Die Folgen können vielfältig sein, darunter eine erhöhte Stressanfälligkeit, Übererregbarkeit und Verspannungen.

Bei Magnesiummangel kann die Niere das Magnesium vollständig zurückresorbieren, was langfristig zu Problemen der ableitenden Harnwege führen kann, wie Harngries oder Calciumoxalatsteine. Daher kann Magnesiummangel auch Nieren- oder Blasensteine verursachen.

Besonders gefährdet für Magnesiummangel sind junge Pferde im Wachstum, Sportpferde, Zuchtstuten und ältere Pferde, die oft auch empfindlicher auf Wetterwechsel reagieren.

Eine gute Magnesiumversorgung ist besonders bei älteren Pferden wichtig, da es im Alter schwieriger wird, Magnesium aus den Knochen zu mobilisieren oder aus dem Futter zu resorbieren. Daher sollte auf eine ausreichende Magnesiumzufuhr in der Fütterung geachtet werden, um die Gesundheit und Vitalität älterer Pferde zu erhalten.

Der Tagesbedarf an Magnesium für Pferde

Der Tagesbedarf an Magnesium variiert je nach Alter, Gewicht und Aktivitätslevel des Pferdes. Hier ist eine grobe Richtlinie, der du folgen könntest:

  • Grundbedarf: 1,5 g pro 100 kg Körpergewicht
  • Pferde in Ausbildung: 1,9 g - 3 g pro 100 kg Körpergewicht
  • Tragende Stuten (letzte 3 Monate): 1,6 g - 1,8 g pro 100 kg Körpergewicht

Diese Fragen stellen uns Kunden rund um das Thema: "Magnesiumbedarf beim Pferd"?

  1. Wie viel Magnesium benötigt ein Pferd täglich?

Die Literatur gibt unterschiedliche Angaben zum Magnesiumbedarf eines Großpferdes, der zwischen 10 und 13 Gramm pro Tag liegt. Während der Laktation steigt dieser Bedarf auf 18 bis 20 Gramm an. Damit steht der Magnesiumbedarf mengenmäßig direkt nach dem Calciumbedarf.

  1. Kann ein Pferd zu viel Magnesium bekommen?

Das Risiko einer Überdosierung ist sehr gering, wenn zusätzliches Magnesium gefüttert wird. Überschüssiges Magnesium wird schnell mit dem Urin ausgeschieden und reichert sich normalerweise nicht in gefährlichen Mengen im Körper des Pferdes an. Die Verabreichung hoher Dosen kann jedoch zu Durchfall führen.

  1. Wie viel Magnesiumcitrat ist für Pferde geeignet?

Als Dosierung bei einem gesunden Pferd hat sich eine Menge von 4 bis 5 Gramm pro 100 kg Körpergewicht bewährt. Ein 550 kg schweres Pferd sollte daher einen gehäuften Esslöffel erhalten, was etwa 25 g entspricht und ca. 2.500 mg Magnesium enthält.

  1. Welche Auswirkungen hat eine Überdosierung von Mineralfutter beim Pferd?

Eine Ausnahme besteht nur dann, wenn große Mengen mineralisiertes Kraftfutter eingesetzt werden. Es ist wichtig sicherzustellen, dass das Pferd nicht zu viel Mineralfutter aufnimmt, da eine Überfütterung zu Knochen- und Organproblemen sowie anderen gesundheitlichen Problemen führen kann.

  1. Wie viel Mineralfutter benötigt ein Pferd täglich?

Ein Pferd mit einem Gewicht von 500-600 Kilogramm benötigt täglich etwa 32,4 Gramm Calcium, 22,2 Gramm Phosphor und 12,7 Gramm Magnesium als Tagesbedarf. Zusätzlich werden etwa 138 Milligramm Kupfer, 624 Milligramm Zink und 1,8 Milligramm Selen benötigt.

 


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